Pferdefutter

Beim Pferdefutter scheiden sich wirklich die Geister. Was und wie viel gefüttert wird, entscheidet maßgeblich über die Gesundheit und Leistungsbereitschaft des Pferdes. Deshalb möchte ich dir hier einen Überblick über die Futtermittel geben.

Raufutter – die Pferdefutter Basis

Die Basis jeder Pferdeernährung bildet das Raufutter, also die Fütterung mit Heu und Stroh. Heu liefert viele Nähr- und Ballaststoffe und ist somit für die Verdauung deines Pferdes sehr wichtig. Man sollte mindestens 6 kg pro Tag füttern. Bei Heu ist es äußerst wichtig auf die Verarbeitung und Lagerung zu achten. Es darf nicht zu nass zu Ballen gepresst werden, da es sonst schnell Schimmel ansetzen kann. Sind bereits an einem Ballen schwarze, schimmelige Stellen zu erkennen oder staubt das Heu, entsorge den Ballen sofort. Heu darf außerdem nicht zu frisch verfüttert werden, da sich Bakterien in den Ballen vorerst vermehren und eine Art Gärung bewirken, bevor sie letztendlich absterben. Es sollte also mindestens drei Monate vor Verfütterung gelagert werden.

Am besten könnt ihr das Heu in einem Heunetz oder -sack verfüttern. Dadurch könnt ihr die Futterzeit deutlich verlängern und das Pferd ist sehr lange beschäftigt. Ich kann euch besonders das Heunetz von Busse empfehlen:

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Stroh hingehen bietet kaum Nährstoffe, dafür aber einige Ballaststoffe. Sie regen wiederum die Verdauung des Tieres an. Erhält das Pferd nicht genug Ballaststoffe, kommt es schnell zu Verdauungsproblemen oder Koliken. Das Tier sollte täglich etwa 3-4 kg Stroh zu sich nehmen. Wird ein Tier wenig geritten und steht überwiegend auf der Koppel, reicht oft die Fütterung mit Raufutter aus.

Häufig wird von Pferdebesitzern allerdings zusätzlich noch Saft-, Kraft- oder Mineralfutter gefüttert. Sie wollen Abwechslung in die Fütterung bringen oder ihr Tier nach dem  Training oder langen Ausritten belohnen. Auch wachsen auf vielen Wiesen keine Kräuter mehr und die Gräser werden immer nährstoffärmer, so dass auch Pferde, die überwiegend auf der Koppel stehen, nicht mehr genügend Nährstoffe aufnehmen können. Um Mangelerscheinungen entgegenzuwirken oder diese vorzubeugen, bietet es sich somit ebenfalls an. Auch bei einigen Krankheiten kann mit Vitaminen und Mineralien angereichertes Zusatzfutter sinnvoll sein. Wird viel mit dem Tier gearbeitet oder wird es alleine mit Raufutter zu dünn, kann zusätzliches Futter ebenfalls nötig sein.

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Saftfutter

Zu Saftfutter zählt frisches Gras sowie Obst und Gemüse. Hier bieten sich z.B. Möhren und Äpfel an. In den meisten Ställen gibt es nach meiner Erfahrung sogar eine Art Lieferservice, der den Stall wöchentlich mit Möhren versorgt. Einige Pferdebesitzer füttern ebenso Bananen und Birnen, wobei ich hier eher vorsichtig wäre. Reife Bananen enthalten viel Zucker und geben dem Tier deshalb sehr viel Energie. Birnen hingegen wirken aufblähend und können somit negativ auf das Verdauungssystem wirken. Einige Reiter geben ihrem Pferd auch Rote Bete. Rote Bete wird von einigen Pferden geliebt, von anderen allerdings verabscheut. Hier hilft es einfach ausprobieren, was dein Pferd mag.

Kraftfutter

Unter Kraftfutter versteht man verschiedene Getreidesorten sowie Pellets oder Müsli. Zu den am häufigsten gefütterten Getreidesorten zählen Hafer, Gerste und Mais.

Hafer

Hafer enthält viele Nährstoffe und gibt schnell Energie, wodurch es das Pferd leistungsbereit und spritzig macht. Positiv ist auch, dass es im Vergleich zu anderen Getreidesorten relativ wenig Klebereiweiß (Gluten) besitzt. Getreide mit viel Klebereiweiß z.B. Weizen kann im Pferdedarm einem zähen Brei bilden und somit zu Verdauungsstörungen führen. Hafer ist also sehr verträglich.

Gerste

Gerste besitzt im Vergleich zu Hafer mehr Klebereiweiß und ist dadurch nicht ganz so gut verdaulich. Dadurch liefert es auch nicht ganz so viel Energie. Durch diese Eigenschaften sollte es nicht als einziges Kraftfutter gegeben, sondern z.B. durch Pellets ergänzt werden.

Mais

Mais wird nicht von jedem Pferd vertragen. Es enthält relativ viel Fett und macht das Pferd schnell dick. Es wird also meist bei zu dünnen Pferden gefüttert.

Pellets

Pellets sind kleine harte Stücke, die aus einer Mischung aus gemahlenem Getreide und zerkleinertem Heu bestehen. Häufig werden sie noch mit Vitaminen und Mineralien angereichert. Wichtig ist hier auf die Zusammensetzung der Pellets zu schauen.

Müsli

Müsli besteht aus gequetschten oder gepufften Getreidesorten mit eventueller Zugabe von Pellets oder Kräuterzusätzen.  Auch hier kommt es also auf die Mischung des Müslis an. Es gibt je nach Energiebedarf Mischungen für beispielsweise Freizeit- oder Rennpferde.

Müsli

Mineralfutter

Das sogenannte Mineralfutter enthält zusätzliche Vitamine und Mineralien. Es ist in Pellet- oder Pulverform erhältlich. Ob Mineralfutter benötigt wird, hängt von deinem Pferd und dessen Bedürfnissen ab. Auch spielt die Rasse und Alter des Pferdes sowie die Jahreszeit eine wichtige Rolle.

Mineralfutter

 

Was neben dem Pferdefutter sonst noch wichtig ist

Wasser

Neben dem richtigen Pferdefutter ist auch ausreichend Wasser extrem wichtig. Es gibt Pferde, die bis zu 80 Liter pro Tag trinken. Grundsätzlich gilt, dass du deinem Tier mindestens 3mal täglich und jeweils nach dem Reiten Wasser anbieten solltest. Trinkt es das Wasser komplett leer, stell ihm noch etwas hin. Besonders praktisch ist eine Selbsttränke, bei dem das Tier trinken kann, wann und wie viel es möchte. Die Tränke ist regelmäßig auf ihre Funktionstätigkeit zu prüfen. Hier findest du z.B. eine geeignete Tränke.

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Leichfuttrig vs. Schwerfuttrig

Im Zusammenhang mit Pferdefutter liest man häufig von leicht- bzw. schwerfuttrigen Pferden. Aber was heißt das überhaupt?

Kommt das Tier mit wenig Futter aus, ist es ein guter Futterverwerter. In dem Fall spricht man von leichtfuttrigen Pferden. Bekommen diese Pferde zu viel zu Fressen, werden sie schnell zu dick. Schwerfuttrige Pferde sind hingegen schlechte Futterverwerter und sind somit eher dünn. Das kann zum einen durch Würmer oder Krankheiten bedingt sein. Allerdings spielt auch der Typ, die Veranlagung und das Temperament etc. bei der Futterverwertung eine Rolle.

 

Fazit

Das Futter sollte immer auf das Tier und dessen Energiebedarf abgestimmt werden. Raufutter darf aber auf dem Speiseplan keines Pferdes fehlen.

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